9. Yamagishi-kai
Jesus erweckte Tote zum Leben, Mohammed flog innerhalb einer Nacht von Mekka nach Jerusalem und Buddha setzte sich zumindest ziemlich ausdauernd unter einen Baum. Dagegen muten die Verdienste des Gründers und Namenspaten der Yamagishi-kai, Miyozo Yamagishi, zunächst äußerst bescheiden an: der englischen Homepage seiner Organisation zufolge entdeckte er kurz nach dem zweiten Weltkrieg einen Weg „Synergien zwischen traditionellem japanischen Reisanbau und Geflügelzucht zu nutzen“. Wäre er zusätzlich auch noch auf den Trichter gekommen die Reisabfälle an Schweine zu verfüttern und neben Synergien auch noch nachhaltige Kompetenzen und dergleichen schöne Blähworte mehr zu verwenden, hätte er vermutlich mittlerweile die Weltherrschaft inne, aber so hat es zu nicht viel mehr als ein paar versprengten quasi-religiösen Landwirtschaftskommunen gereicht.

Dieser sichtlich unter Blähungen leidende Herr ist das erste Ergebnis der Google Bildersuche nach Yamagishi
Yamagishi hatte noch einige andere geniale Eingebungen, wie beispielsweise die Erkenntnis, dass weder Mensch noch Natur ohne einander sein können. Um die angeblich verlorene Balance zwischen Mensch und Natur wiederherzustellen, gründete er „freundliche und freudige Dörfer in denen niemand Geld braucht“ und war sogar so freundlich neue freudige Mitglieder von der Last ihres überflüssigen Vermögens zu befreien.
Die Gruppe genoss besonders in den 60ern Jahren einige Popularität, heutzutage hat sie noch um die dreitausend Mitglieder, verstreut auf einige freundlich/freudige Dörfer in Japan und anderen Ländern. Selbstverständlich weist man es weit von sich eine Sekte zu sein, schließlich habe man keinerlei religiöse oder politische Ambitionen. Und sie haben recht: wer undurchsichtige Schulungskurse anbietet und von deren Teilnehmern verlangt Familie, Wohnort und Vermögen aufzugeben ist natürlich genausowenig eine Sekte wie die nun folgende Nummer 10 der Liste:
10. Sukyo Mahikari
Diese Bewegung wurde von Yoshikazu Okada gegründet, einem ehemaligen kaiserlichen Offizier, welcher während eines Fiebertraums eine Vision hatte, in der ihm ein rauschebärtiger Gott auf einer Wolke erschien der gerade dabei war seine Kleider in einer goldenen Badewanne zu reinigen, alles in allem eine überaus solide Basis für die Gründung einer Religion. Okawa deutete seinen Traum dahingehend, dass Gott ihn beauftragt habe die Welt spirituell zu säubern und machte sich flugs ans Werk. Nach seinem Tod spaltete sich seine Bewegung in mehrere Untergruppierungen, Sukyo Mahikari wurde von Okawas Adoptivtochter Keishu Okada gegründet und lehrt unter Anderem, dass alle großen antiken Zivilisationen wie beispielsweise Ägypter und Sumerer ursprünglich von japanischen Gesandten beeinflusst wurden, Jesus in Japan gestorben ist und im Jahr 2000 die Welt unterging. Wem dies attraktiv erscheint, darf an einem dreitägigen Einführungsseminar teilnehmen und erhält ein Medaillon zur Übermittlung von Licht, welches jegliche Medikamente, Psychotherapien etc. überflüssig macht. Selbstverständlich ist eine Mitgliedschaft wie auf der Homepage der Sekte verkündet kostenlos, es fallen lediglich Seminargebühren, Monatsbeiträge, das tägliche Opfer für den Empfang des Lichts, sowie diverse Sonderspenden an das Hauptquartier in Japan an.





































